Eine Woche auf Pico – Natur, Wale und Vulkanabenteuer auf der Azoreninsel

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Die Azoreninsel Pico ist ein raues, stilles Paradies mitten im Atlantik. Lavafelder, Weinterrassen und der höchste Berg Portugals prägen ihre wilde Schönheit. Sie zieht Reisende an, die das Ursprüngliche suchen. In einer Woche kann man hier erstaunlich viel erleben – von beeindruckenden Walbegegnungen bis zu Wanderungen durch die UNESCO-geschützte Kulturlandschaft. Entdecke Pico in 7 Tagen – mit besonderem Augenmerk auf die majestätischen Meeresbewohner, die diese Region so einzigartig machen.

Tag 1: Ankommen und Eintauchen in Madalena

Nach der Ankunft auf Pico – ob per Fähre oder Flugzeug – ist Madalena der ideale Ort für den Einstieg. Die kleine Stadt bietet alles, was man für den Aufenthalt braucht: Restaurants, charmante Unterkünfte, kleine Supermärkte und eine entspannte Atmosphäre.

Wer gleich in die Geschichte der Insel eintauchen möchte, besucht das Museu do Vinho, das sich der Weintradition Picos widmet – inklusive Verkostung inmitten alter Weinkeller.

Tag 2: Begegnung mit Riesen – Wal- und Delfinbeobachtung

Pico ist eines der besten Reiseziele Europas für Walbeobachtungen – besonders in den Monaten April bis Oktober. Die Hochsaison liegt zwischen Mai und Juni, wenn auch große Arten wie der Blauwal vorbeiziehen. Pottwale leben das ganze Jahr über in den Gewässern rund um Pico. Delfine, Grindwale und gelegentlich Orcas ergänzen das Spektrum.

Die Touren starten meist ab Madalena oder Lajes do Pico. Seriöse Anbieter setzen auf kleine Boote, erfahrene Guides und den Respekt vor den Tieren. Vor jeder Tour gibt es eine Einführung, oft durch Meeresbiologen begleitet. Das Gefühl, wenn ein fast 30 Meter langer Wal neben dem Boot auftaucht, ist schlicht unbeschreiblich.

Tipp: Um Blauwale zu sichten, solltet du im April nach Pico reisen. Wir haben unsere Tour mit CW Azores in Madalena gebucht und einen Blauwal, sowie den gemeinen Delfin und Rundkopfdelfine beobachten können.

Tag 3: Der majestätische Vulkan Pico

Heute steht die Besteigung des Pico an. Der 2.351 Meter Vulkan ist fordernd, aber bei gutem Wetter absolut lohnenswert. Starte früh morgens, idealerweise mit einem lokalen Guide, denn das Gelände ist steinig und das Wetter wechselhaft. Der Startpunkt befindet sich am Mountain House. Hier gibt es auch genügend Parkplätze für deinen Mietwagen. Der 8 kilometer lange Weg führt durch eine surreal anmutende Lavalandschaft, bis man schließlich über den Wolken steht. Für Auf- und Abstieg solltest du etwa 6-8 Stunden je nach Fitness und Pausen rechnen. Achte auch auf feste Schuhe. Informiere dich hier über eine geführte Tour zur Besteigung des Pico

Bei schlechtem Wetter empfehlen wir dir ein Besuch im Walfangmuseum in Lajes – ein modernes, sensibel gestaltetes Museum, das die Geschichte des einst florierenden Walfangs dokumentiert und gleichzeitig zeigt, wie aus Jägern Naturschützer wurden.

Auf dem Weg nach Lajes do Pico solltest du auch den Sao Joao Forest Park besuchen. Die Parkanlage bietet eine atemberaubende Pflanzenwelt und sogar Grillplätze.

Tag 4: Unterirdische Welten – Furna do Frei Matias und Gartenbesuch

Pico ist vulkanisch durchdrungen – und das kann man hautnah in der Furna do Frei Matias erleben. Bei einer geführten Tour wandert man durch erstarrte Lavaflüsse, vorbei an Tropfsteinen und geheimnisvollen Formationen.

Am Nachmittag lohnt sich ein Besuch des Quinta das Rosas, einer liebevoll angelegten Gartenanlage in Madalena. Zwischen heimischen Pflanzen, exotischen Arten und kleinen Wasserläufen lässt es sich wunderbar spazieren und entspannen – ein toller Kontrast zur rauen Vulkanlandschaft.

Tag 5: UNESCO-Weinlandschaft, Leuchttürme und Lavapools

Der fünfte Tag steht ganz im Zeichen der besonderen Landschaften Picos. Die UNESCO-geschützte Weinkulturlandschaft von Criação Velha ist ein wahres Freilichtmuseum der traditionellen Landwirtschaft. Seit Jahrhunderten wird hier der berühmte Verdelho-Wein angebaut – geschützt von zahllosen schwarzen Lavasteinmauern, die sich wie ein Mosaik über das Gelände ziehen. Ein Spaziergang oder eine Radtour durch dieses beeindruckende Ensemble offenbart nicht nur handwerkliche Meisterleistung, sondern auch atemberaubende Ausblicke auf das Meer.

Im Anschluss lohnt sich ein Abstecher zu zwei charmanten Leuchttürmen, die du vielleicht schon aus der Ferne entdeckt hast: Der Moinho do Frade mit seiner roten Kuppel ist ein beliebtes Fotomotiv, während der Moinho do Monte auf einem Hügel thront und eine besonders schöne Aussicht bietet.

Zur Abkühlung bietet sich am Nachmittag ein Bad in den natürlichen Lavapools an – etwa in Criação Velha oder im versteckten Pocinho. Auch das Meeresschwimmbecken Piscina de São Mateus ist eine empfehlenswerte Option: sicher, gepflegt und mit direktem Blick auf den Atlantik.

Tag 6: Hochland Lagoa do Capitão und Nordseite

Heute geht es von der sonnigen Südseite hinauf ins grüne Hochland der Insel. Auf etwa 800 Metern Höhe liegt die Lagoa do Capitão – ein stiller, spiegelnder Bergsee, in dem sich bei gutem Wetter der Pico-Vulkan eindrucksvoll abzeichnet. Die umliegende Landschaft mit Erika, Wacholder und grasenden Kühen wirkt beinahe alpin und lädt zu kleinen Spaziergängen oder einer entspannten Wanderung ein.

Anschließend lohnt ein Abstecher zum Museu dos Baleeiros in São Roque. Es ist kleiner als das Museum in Lajes, aber nicht weniger eindrucksvoll – mit liebevoll gestalteten Exponaten zur Geschichte des Walfangs und der tiefen Verbindung der Insel zum Meer.

Am Nachmittag empfiehlt sich eine Fahrt entlang der wenig besuchten Nordküste. Die Straße führt durch verschlafene Dörfer, vorbei an Weiden und Gärten, in denen noch traditionell gearbeitet wird. Immer wieder eröffnen sich weite Blicke auf den Atlantik – wild, endlos und oft spektakulär. Ein besonderes Highlight ist der Aussichtspunkt Miradouro São Miguel Arcanjo, von dem aus man einen weiten Panoramablick auf die Küste und den Ozean genießt.

Zum Ausklang des Tages bietet sich ein Abendessen im Restaurant Magma an. Hoch über der Küste gelegen, serviert es frischen Fisch, regionale Spezialitäten und köstliche Desserts – mit einem Ausblick, der in Erinnerung bleibt.

Tag 7: Abschied mit Meeresblick

Der letzte Tag auf Pico steht im Zeichen des Abschieds – aber nicht ohne ein letztes Eintauchen in die besondere Atmosphäre der Insel. Vielleicht bleibt noch Zeit für ein kurzes Bad im Atlantik oder einen Spaziergang entlang der Weinterrassen der Paisagem da Cultura da Vinha – wo Natur und Kultur einzigartig ineinandergreifen.

Zum Abschluss bietet sich ein Bummel durch die kleinen Läden in Madalena oder São Roque do Pico an. Hier findet man besondere Souvenirs: Honig von den endemischen Pflanzen der Insel, mineralisch geprägten Inselwein oder handgefertigte Keramik.

Praktische Tipps für Pico und interaktive Karte

  • Beste Reisezeit für Walbeobachtungen: April bis Oktober (Blauwale v.a. April/Mai, Pottwale ganzjährig)
  • Fortbewegung: Mietwagen dringend empfohlen – der ÖPNV ist eingeschränkt
  • Unterkünfte: Von rustikalen Ferienhäusern bis zu charmanten Boutique-Hotels, unsere Favoriten sind Aldeia da Gingera (Südseite und im günstigeren Preissegment) und Lava Homes (Nordseite, höherpreisig, wunderschöne Anlage mit Meerblick und Restaurant)
  • Kleidung: Zwiebellook – das Wetter wechselt schnell, auch im Sommer
  • Respektvoll reisen: Natur- und Tierschutz stehen an erster Stelle

Auf dieser interaktiven Karte findest du alle Must-See Sehenswürdigkeiten von Pico auf einen Blick – übersichtlich sortiert nach Kategorien wie Schwimmbäder, Leuchttürme und Whale-Watching-Touren. Ideal für die eigene Planung:

Unser Fazit: Pico ist eine Insel, die entschleunigt. Ihre Schönheit zeigt sich in verschlafenen Dörfern, rustikalen Steinhäusern und verträumten Landschaften, die stets vom Meer umrahmt sind. Das milde Klima macht den Aufenthalt angenehm – zu jeder Jahreszeit. Wer Ruhe sucht, Natur liebt und sich von der Kraft des Atlantiks faszinieren lässt, wird auf Pico eine der eindrucksvollsten Inseln der Azoren entdecken.

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Julia von Wonders and Waves

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