Schloss Bran: Wie viel Dracula steckt im berühmten Schloss?

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Auf einem 60 Meter hohen Felsen in den Karpaten thront Schloss Bran, das als „Draculas Schloss“ weltbekannt ist. Gerade im Herbst, wenn Nebel durch die Wälder zieht, wirkt die Kulisse besonders schaurig. Doch wie viel Dracula steckt tatsächlich in Schloss Bran? Wir schauen uns an, woher der Dracula-Mythos rund um Schloss Bran kommt, wer Vlad Țepeș wirklich war und was er tatsächlich mit dem Schloss zu tun hatte:

Warum ist Schloss Bran als „Draculas Schloss“ bekannt?

Das Schloss aus dem 1897 erschienenen Roman „Dracula” des irischen Schriftstellers Bram Stoker wird als düstere Festung beschrieben, die hoch über einer Landschaft in den Karpaten thront. Optisch passt Schloss Bran mit seinen Türmen, Mauern und der umliegenden Berglandschaft erstaunlich gut zu dieser Beschreibung. Die mittelalterliche Anlage steht auf einem Felsen über einem Tal und wirkt wie die perfekte Kulisse für eine Vampirgeschichte.

In den 1970er-Jahren begann das kommunistische Rumänien gezielt damit, Schloss Bran Touristen als „Draculas Schloss“ zu präsentieren. Der Roman war international längst ein Erfolg und Dracula hatte sich zu einer beliebten Figur der Popkultur entwickelt. Schloss Bran bot dafür die perfekte Kulisse. Bram Stoker war selbst nie in Rumänien. Für seine Recherchen nutzte er Karten, Reiseberichte, Illustrationen und Informationen aus der British Library in London.

Die Figur des Dracula ist fiktiv, doch für den Namen griff Bram Stoker auf eine reale historische Persönlichkeit zurück: Vlad III. Drăculea, einen Fürsten der Walachei aus dem 15. Jahrhundert.

Wer war Vlad III. wirklich?

Vlad III. lebte in der Walachei, einer historischen Region, die heute zu Rumänien gehört. Die Zeit war politisch äußerst unruhig: Die Region lag zwischen dem expandierenden Osmanischen Reich und den Mächten Mitteleuropas.

Heute ist Vlad III. vor allem unter seinem Beinamen „Țepeș” bekannt. „Țepeș” bedeutet sinngemäß „der Pfähler” und verweist auf seine berüchtigte Hinrichtungsmethode, die er auch zur Abschreckung seiner Feinde einsetzte. Auch der Name „Drăculea“ hat einen historischen Hintergrund. Vlads Vater, Vlad II., gehörte dem Drachenorden an und trug den Beinamen „Dracul“. „Drăculea“ lässt sich demnach als „Sohn des Dracul“ verstehen.

Damit existiert tatsächlich eine Verbindung zwischen Vlad III. und dem Namen Dracula. Das bedeutet allerdings nicht, dass Bram Stoker einfach die Biografie Vlads übernommen und daraus seinen Grafen Dracula gemacht hat.

Was hat Vlad Țepeș tatsächlich mit Schloss Bran zu tun?

Hier wird es besonders interessant – denn historisch belegt ist erstaunlich wenig. Schloss Bran wurde zwischen 1377 und 1388 von den Sachsen aus Kronstadt, dem heutigen Brașov, als strategische Grenzfestung errichtet. Es sollte den wichtigen Passweg zwischen Siebenbürgen und der Walachei kontrollieren.

Es gilt als ausgeschlossen, dass Vlad Țepeș Schloss Bran dauerhaft bewohnt hat. Eine gesicherte Verbindung zu seinem persönlichen Besitz besteht ebenfalls nicht. Zwar gibt es Vermutungen, dass Vlad während eines Feldzugs oder möglicherweise als Gefangener kurzzeitig mit der Burg in Verbindung gekommen sein könnte, einen eindeutigen historischen Beleg dafür gibt es jedoch nicht.

Poenari: Die eigentlich „echte“ Dracula-Festung?

Wenn man nach einem Ort sucht, der tatsächlich eng mit Vlad Țepeș verbunden ist, führt die Spur nicht nach Bran, sondern zur Festung Poenari. Die deutlich weniger bekannte Festung Poenari liegt rund drei Autostunden von Schloss Bran entfernt. Sie ist wesentlich stärker mit Vlad Țepeș verbunden, da er hier tatsächlich residierte. Allerdings ist Poenari deutlich weniger komfortabel zu besuchen und deutlich weniger touristisch erschlossen.

Warum hält sich der Dracula-Mythos trotzdem so hartnäckig?

Schloss Bran erfüllt einfach nahezu jedes Bild, das man mit Dracula verbindet. Enge Räume, steinerne Mauern, Türme und verwinkelte Wege, die für eine mittelalterliche Atmosphäre sorgen.

Unser Fazit: Wer ein außergewöhnliches mittelalterliches Schloss, eine spannende Geschichte und eine gehörige Portion Dracula-Mythos sucht, ist in Bran genau richtig. Historisch hat das Schloss zwar deutlich weniger mit Dracula zu tun, als der berühmte Beiname vermuten lässt – sehenswert ist es trotzdem. Im nächsten Teil schauen wir uns deshalb an, was dich tatsächlich im Inneren von Schloss Bran erwartet, welche Sehenswürdigkeiten besonders interessant sind und ob sich ein Besuch wirklich lohnt.

Wusstest du, dass Dracula wahrscheinlich nie auf Schloss Bran gelebt hat?
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Julia von Wonders and Waves

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