Keine andere Stadt verbindet kaiserlichen Glanz und Kaffeehauskultur so selbstverständlich wie Wien. Als ehemalige Residenz der Habsburger begeistert die Stadt mit prachtvollen Palästen, berühmten Kaffeehäusern, den weißen Lipizzanern und einem Riesenrad, das seit über 125 Jahren seine Runden dreht. Wir zeigen, wie sich 48 Stunden in Wien optimal nutzen lassen – mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, empfehlenswerten Kaffeehäusern und lohnenswerten Touren:
- Tag 1 – Innere Stadt: Stephansdom, Hofburg & Albertina
- Tag 2 – Hundertwasserhaus, Prater & Schönbrunn
- Geführte Touren & Konzerte in Wien
- Reisetipps – Unterkunft & Fortbewegung
- Alle Highlights auf einen Blick – Google My Map
Tag 1 – Innere Stadt: Stephansdom, Hofburg & Albertina

08:30 Uhr – Frühstück im Café Central
Der Tag beginnt standesgemäß in einem der berühmtesten Kaffeehäuser Wiens: Hohe Gewölbedecken, Marmorsäulen und die Statue des Dichters Peter Altenberg am Eingangstisch machen das Café Central zu einem Erlebnis für sich – einst Stammlokal von Trotzki, Freud und der Wiener Intelligenzia.
09:30 Uhr – Stephansdom
Der Stephansdom ist das Herz und Wahrzeichen der Stadt. Das bunte Ziegelmuster auf dem Dach mit dem habsburgischen Doppeladler ist aus über 230.000 glasierten Dachziegeln gelegt, der Südturm („Steffl“) misst 136,4 Meter und lässt sich über 343 Stufen erklimmen. Ein Blick ins Innere ist kostenlos, für Turmbesteigung, Katakomben oder den Nordturm mit der „Pummerin“-Glocke wird separat Eintritt fällig.
10:30 Uhr – Graben & Kohlmarkt
Vom Stephansplatz führt der Weg über den Graben, eine der elegantesten Flaniermeilen der Stadt mit der barocken Pestsäule in der Mitte, weiter in den Kohlmarkt – seit Jahrhunderten die Adresse für K.-u.-k.-Hoflieferanten. Direkt hier, auf Nummer 14, liegt das Café Demel, offizieller Hoflieferant der Habsburger: perfekt für einen Kaiserschmarrn zwischendurch, den es auf Wunsch auch zum Mitnehmen gibt.
11:30 Uhr – Rathaus & Ringstraße
Weiter geht es zum neogotischen Wiener Rathaus mit seinem 98 Meter hohen Mittelturm, der die Ringstraße prägt – je nach Saison tagsüber mit Blick auf den Rathauspark, der zu unterschiedlichen Jahreszeiten unter anderem zum Eistraum und Weihnachtsmarkt wird.
12:30 Uhr – Museumsquartier
Über den Ring geht es zum MuseumsQuartier, mit rund 90.000 Quadratmetern eines der größten Kulturareale der Welt. Zwischen Leopold Museum, mumok und zahlreichen Höfen mit Design-Shops und Cafés lässt sich hier eine ausgiebige Pause einlegen, bevor es zurück Richtung Hofburg geht.
14:00 Uhr – Hofburg
Über 600 Jahre lang war die Hofburg Regierungssitz der Habsburger und ist mit 18 Trakten und rund 2.600 Räumen bis heute Amtssitz des österreichischen Bundespräsidenten. Zwischen den verschiedenen Höfen (u. a. dem in der Burg und dem Heldenplatz) lässt sich die schiere Größe der einstigen Residenz am besten erfassen.
15:00 Uhr – Spanische Hofreitschule
Direkt am Michaelerplatz liegt die Spanische Hofreitschule, deren Tradition der klassischen Reitkunst von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt wurde. Die berühmte Morgenarbeit der weißen Lipizzanerhengste findet allerdings nur dienstags bis freitags, meist von 10 bis 11 Uhr, statt – für den Nachmittag bieten sich stattdessen ein Blick in die Stallburg oder eine Führung durch die barocke Winterreitschule an.
16:00 Uhr – Albertina
Nur wenige Schritte entfernt liegt die Albertina, deren Sammlung mit Werken von Dürer, Monet und Picasso zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt zählt. Direkt nebenan, im Burggarten, liegt das Café Brasserie Palmenhaus – ein lichtdurchflutetes Jugendstil-Palmenhaus und unser Tipp für einen der besten Apfelstrudel der Stadt.
17:30 Uhr – Staatsoper & Hotel Sacher
Der Nachmittag endet bei der Wiener Staatsoper, einem der bedeutendsten Opernhäuser der Welt, direkt gegenüber liegt das legendäre Hotel Sacher – Geburtsort der Original Sacher-Torte. Auch ohne Übernachtung lohnt sich ein Stück Torte in der hoteleigenen Konditorei.
19:00 Uhr – Abendessen im Griechenbeisl
Zum Abendessen geht es ins Griechenbeisl, eines der ältesten Wirtshäuser Wiens, für ein klassisches Wiener Schnitzel. Es befindet sich in Hotelnähe (Hoteltipp: SO/Vienna)
Optional – Konzert in der Peterskirche
Wer den Abend musikalisch ausklingen lassen möchte: Die barocke Peterskirche liegt nur wenige Gehminuten vom Graben entfernt und ist Schauplatz klassischer Konzertabende – mehr dazu im Tourteil weiter unten.
Tag 2 – Hundertwasserhaus, Prater & Schönbrunn

09:00 Uhr – Hundertwasserhaus
Der zweite Tag beginnt im 3. Bezirk beim Hundertwasserhaus, Friedensreich Hundertwassers berühmtestem Bau. Zwischen 1983 und 1985 entstanden, kommt die bunte Wohnanlage komplett ohne gerade Linien aus, über 200 Bäume und Sträucher wachsen auf Balkonen und Dachterrassen. Da hier echte Mieter:innen wohnen, lässt sich das Haus nur von außen besichtigen – wer mehr über Hundertwasser erfahren möchte, findet nur wenige Gehminuten entfernt das KunstHausWien mit einer permanenten Ausstellung seiner Werke.
10:30 Uhr – Prater
Weiter geht es in den Prater, Wiens bekanntesten Vergnügungspark – der weitläufige Grüne Prater mit seinen Alleen ist dabei komplett kostenlos zugänglich. Zentrales Wahrzeichen ist das 1897 erbaute Wiener Riesenrad, eine der ältesten noch erhaltenen Riesenrad-Konstruktionen der Welt, mit einem weiten Blick über die Stadt von den historischen Kabinen aus.
12:30 Uhr – Naschmarkt
Mit der U-Bahn geht es weiter zum Naschmarkt, Wiens beliebtestem und mit rund 1,5 Kilometern Länge auch größtem Markt. Zwischen Gewürzständen, Street-Food-Buden und kleinen Lokalen lässt sich hier hervorragend zu Mittag essen – samstags wird der Markt zusätzlich um einen großen Flohmarkt erweitert.
14:30 Uhr – Schönbrunn
Am Nachmittag geht es zum Schloss Schönbrunn, der einstigen Sommerresidenz der Habsburger mit insgesamt 1.441 Zimmern, von denen sich rund 40 im Rahmen der Grand Tour besichtigen lassen (Tickets vorab mit Zeitfenster online buchen). Der weitläufige Schlosspark selbst ist ganzjährig kostenlos zugänglich, inklusive Großem Parterre und dem Hügel mit der Gloriette – nur für die Aussichtsterrasse der Gloriette, den Irrgarten und den Kronprinzengarten wird saisonal ein kleiner Eintritt fällig.
Optional – Konzert in der Karlskirche
Auf dem Rückweg Richtung Zentrum liegt die Karlskirche, eine der schönsten Barockkirchen der Stadt und regelmäßiger Schauplatz für Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ – ebenfalls im Tourenteil weiter unten beschrieben.
Geführte Touren & Konzerte in Wien

Best of Wien: Historic Center Walking Tour
- Täglich um 9:00, 10:30 und 15:00 Uhr
Die 2,5-stündige Tour (max. 15 Personen) führt zu den Highlights der Innenstadt, darunter Stephansdom, Hofburg und das Parlamentsgebäude, inklusive Hintergrundwissen zu Geschichte und bekannten Bewohnern der Stadt.
Wien Food Tour: Kaffeehäuser, Märkte, Lunch & Street Food
- Täglich um 9:30 Uhr
Die 5,5-stündige Genusstour abseits der Touristenpfade, die von Stephansdom bis zum multikulturellen Brunnenmarkt reicht – mit Kaffee, Schokolade, Strudel, Wurst und echten Wiener Mittagsgerichten in historischen Kaffeehäusern. Lecker!
Klassikkonzert St. Peter’s Kirche
- Täglich um 20:30 Uhr
Das rund einstündige Konzert zeigt Werke von Mozart, Vivaldi, Bach, Schubert und Beethoven, gespielt vom Classic Ensemble Vienna in den barocken Gewölben der Peterskirche mitten in der Innenstadt.
Vivaldi: Die vier Jahreszeiten in der Karlskirche
- Täglich um 20:15 Uhr, Dauer ca. 1 Stunde 15 Minuten
Erlebe Vivaldis berühmtes Konzert in der historischen Karlskirche, einer der schönsten Barockkirchen Wiens – Tickets gibt’s in drei Kategorien. Frühzeitige Buchung wird empfohlen, da die Vorstellungen schnell ausverkauft sind.
Reisetipps – Unterkunft & Fortbewegung

Unterkunft: SO/Vienna
Für eine Übernachtung bietet sich das SO/Vienna an, ein von Stararchitekt Jean Nouvel entworfenes Designhotel direkt am Donaukanal. Von hier sind sowohl der Stephansdom als auch das Hundertwasserhaus und der Prater in rund 15 bis 20 Gehminuten erreichbar – ein cleverer Ausgangspunkt für genau diesen Guide. Highlight ist die Dachbar „Das LOFT“ im 18. Stock mit einer Lichtinstallation der Künstlerin Pipilotti Rist und 360-Grad-Blick über die Stadt.
Fortbewegung & Infrastruktur
- U-Bahn, Tram & Bus: Wien hat eines der dichtesten und zuverlässigsten öffentlichen Nahverkehrsnetze Europas, betrieben von den Wiener Linien. Fünf U-Bahn-Linien, ein engmaschiges Tram-Netz und zahlreiche Buslinien verbinden praktisch jeden Programmpunkt dieses Guides.
- Tickets: Einzelfahrten, 24/48/72-Stunden-Karten sowie die Wien-Karte (inkl. Ermäßigungen bei vielen Sehenswürdigkeiten) gibt es an Automaten, in Trafiken oder per App.
- Zu Fuß: Die Innere Stadt selbst lässt sich komplett zu Fuß erkunden – die meisten Stationen aus Tag 1 liegen nur wenige Gehminuten auseinander.
- Parksituation mit dem Auto: In fast allen Bezirken gilt eine gebührenpflichtige Kurzparkzone. Werktags von Montag bis Freitag ist das Parken grundsätzlich zwischen 9 und 22 Uhr kostenpflichtig und auf maximal zwei Stunden begrenzt. Einen Papierparkschein erhältst du beispielsweise in Trafiken: Entwerte ihn entsprechend den aufgedruckten Feldern und lege ihn gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe. Alternativ kannst du die Parkgebühr bequem über HANDYPARKEN bezahlen. Zwei Stunden kosten aktuell 6,80 € (Stand: 2026). Achte auf abweichende Beschilderungen in einzelnen Geschäftsstraßen. Die meisten Sehenswürdigkeiten der 48 Stunden-Route sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß erreichbar. Daher empfiehlt es sich, das Auto möglichst am Hotel oder in einer Parkgarage stehen zu lassen.
Alle Highlights auf einen Blick – Google My Map
Für die Reiseplanung haben wir alle Orte aus diesem Guide in einer Google My Map gesammelt – perfekt, um Sehenswürdigkeiten, Cafés und alle praktischen Stopps direkt vom Handy aus zu navigieren:
Unser Fazit: Zwischen Kaiserresidenz, Sachertorte und Hundertwasserhaus zeigt Wien in 48 Stunden, wie nah kaiserliche Tradition und künstlerische Kreativität in dieser Stadt beieinanderliegen – inklusive genug Kaffeehauspausen, um zwischendurch durchzuatmen.


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