Blauwale beobachten auf Pico – Ein unvergessliches Naturerlebnis im Atlantik

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Pico, die zweitgrößte Insel der Azoren, ist nicht nur bekannt für ihren imposanten Vulkan, sondern auch für ihre einzigartige Lage mitten im Atlantik – einem der besten Orte Europas, um Wale in freier Wildbahn zu beobachten. Ob majestätische Pottwale, flinke Delfine oder durchziehende Blauwale – die Gewässer rund um Pico bieten ein spektakuläres Schauspiel der Natur. Doch wann ist die beste Zeit, um einen Blauwal zu sehen – und welcher Anbieter bietet die überzeugendste Tour? Erfahre hier alles, was du für deine Waltour auf Pico wissen musst:

Warum Pico ein Hotspot für Walbeobachtung ist

Die Azoren liegen auf der Wanderroute zahlreicher Walarten. Rund um Pico kreuzen sich die Wege von standorttreuen Arten wie dem Pottwal und saisonal wandernden Riesen wie den Blau- oder Finnwalen. Dank der tiefen Unterwassergräben nahe der Küste müssen Boote nicht weit hinausfahren – schon nach wenigen Minuten kann die erste Sichtung erfolgen. Hinzu kommt eine lange Tradition: Einst Zentrum des Walfangs, hat sich Pico zu einem Vorreiter für nachhaltigen Naturtourismus entwickelt.

Welche Walarten kann man auf Pico sehen?

Die Sichtungschancen hängen stark von der Jahreszeit ab. Besonders beeindruckend ist die Vielfalt:

  • Ganzjährig:
    • Pottwal (Sperm Whale): Der „König der Tiefe“ ist der bekannteste Vertreter und gut erkennbar an seiner schrägen, seitlichen Fontäne.
    • Delfine (verschiedene Arten): Große Tümmler, Gemeine Delfine, Rundkopfdelfine oder Streifendelfine begleiten oft neugierig die Boote.
  • Frühjahr (März–Mai):
    • Blauwal: Das größte Tier der Welt passiert die Azoren auf dem Weg in nördlichere Futtergründe.
    • Finnwal und Seiwal: Ebenfalls in dieser Zeit häufig zu beobachten.
  • Sommer (Juni–August):
    • Mehr Delfingruppen, häufiger junge Pottwale
    • Bessere Bedingungen für mehrtägige Touren bei ruhiger See

Waltouren auf Pico: Anbieter in Madalena und Lajes

Zwei Orte auf Pico sind besonders bekannt für Waltouren: Madalena im Westen und Lajes do Pico im Süden. Beide bieten tägliche Ausfahrten an – je nach Wetter sogar mehrmals täglich. Hier ein kurzer Überblick:

Madalena

  • Nahe der Fähre von Faial – gut erreichbar
  • Anbieter: z. B. CW Azores
  • Große Expertise (teilweise wissenschaftlich begleitete Touren), Fokus auf nachhaltiger Beobachtung, größere Boote
  • Beeindruckende Ausfahrt vorbei an den vorgelagerten Felsen Ilhéu em Pé und Ilhéu Deitado

Lajes do Pico

  • Historischer Walfanghafen mit Museum
  • Viele Anbieter: u. a. Espaco Talassa, Aqua Açores, Pico Sport
  • Kleinere Schnellboote, authentischer Naturbezug
  • Fokus auf Umweltbildung, größere Konkurrenz

Die Anbieter arbeiten häufig mit „Vigias“, den traditionellen Ausguckposten an Land. Von dort melden Spotter den Booten die Standorte der Wale – ein System, das bereits zur Walfangzeit genutzt wurde und heute für sanften Ökotourismus steht.

Wie läuft eine Waltour ab?

Die Touren dauern in der Regel 2–3 Stunden. Nach einem kurzen Briefing an Land geht es mit Schlauchboot oder Katamaran aufs Meer. Je nach Anbieter kann das Erlebnis etwas variieren:

  • Schnelle Zodiacs bringen dich besonders nah ans Geschehen.
  • Katamarane bieten mehr Komfort und sind ideal für Familien.
  • Manchmal werden Mikrofone eingesetzt, um Walgesänge unter Wasser zu hören.

Viele Anbieter kombinieren Walbeobachtung mit einem Besuch bei Delfinschulen, gelegentlichem Schnorcheln oder einer Küstenfahrt. Häufig inklusive: Fotos, Tee & Infos über die Meeresfauna.

Nachhaltigkeit und Respekt vor den Tieren

Seriöse Anbieter halten Mindestabstände ein, folgen freiwilligen Verhaltenskodizes und beschränken die Bootsanzahl pro Walgruppe. Es lohnt sich, gezielt nach diesen Standards zu fragen – nicht nur der Tiere wegen, sondern auch für ein authentischeres Erlebnis.

Meine persönlichen Erfahrungen: Blauwale & Co

Wir haben ausgezeichnete Erfahrungen mit CW Azores in Madalena gemacht. Bei ruhiger See und mit respektvollem Abstand konnten wir am 9. April etwa 30 Minuten lang einen Blauwal entlang der Küste beobachten – ein sehr beeindruckender Moment. Die Crew an Bord wirkte routiniert und professionell, das Boot lag bei der Ausfahrt stabil im Wasser. Besonders positiv fiel auf, wie gezielt sie mit den Funksprüchen der Vigias (Landbeobachter) arbeiteten, um den Wal aufzuspüren. Nach der Begegnung mit dem Blauwal führte uns die Tour noch zu mehreren verspielten Delfinschulen. Insgesamt waren wir rund drei Stunden unterwegs. Es war eine der besten Waltouren!

Auch von Lajes do Pico aus unternahmen wir eine Waltour – mit Espaco Talassa. In einem wendigen Schnellboot ging es hinaus auf den offenen Atlantik. Die Crew vermittelte vom Boot aus viel Hintergrundwissen zu den Walen und ihrer Lebensweise. Die Fahrt war spürbar dynamischer – für empfindliche Mägen ist ein solches Boot weniger zu empfehlen. Belohnt wurden wir mit der Beobachtung eines Pottwals, der in aller Ruhe abtauchte. Hier waren wir über drei Stunden auf dem Wasser auf der Suche nach Pottwalen. Es war ein tolles Erlebnis!

Tipps für deine Waltour auf Pico

Wenn du eine Waltour auf Pico planst, beachte folgende Hinweise für das beste Erlebnis:

  • Kamera nicht vergessen! Ein Zoomobjektiv oder wasserdichtes Handycase sind ideal
  • Beste Reisezeit: April bis Juni für maximale Artenvielfalt, Juli bis August für beständiges Wetter
  • Kleidung: Auch im Sommer ist es auf See kühl – eine wasser- und winddichte Jacke sowie Hose, feste Schuhe und Sonnenschutz gehören unbedingt zur Grundausstattung
  • Vorbuchung empfohlen: Besonders in der Hochsaison sind gute Anbieter schnell ausgebucht
  • Seekrank? Vorbeugen lohnt sich – nimm bei Bedarf Reisetabletten eine Stunde vorher ein

Unser Fazit: Eine Waltour auf Pico ist weit mehr als nur ein Ausflug aufs Meer – sie ist eine Begegnung mit einem der eindrucksvollsten Lebenwesen unseres Planeten. Inmitten des Atlantiks siehst du das erste Mal eine Fontäne am Horizont oder einen Großwal beim Abtauchen – diese Erlebnisse bleiben unvergesslich.

Plane genügend Zeit auf Pico ein. Die Insel ist nicht nur ein Hotspot für Meeresriesen, sondern auch für Ruhe, Weite und Gastfreundschaft. So verbringst du eine Woche auf Pico

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Julia von Wonders and Waves

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