12 Dolce Vita Orte, an die man sofort reisen möchte

Dolce Vita ist kein Ort, sondern ein Tempo – und das findet sich, wenn man genau hinschaut, an erstaunlich vielen Ecken der Welt. Zwölf konkrete Orte, bewusst abseits der üblichen Verdächtigen wie Portofino oder Positano – dafür mit mindestens genauso viel Dolce-Vita-Gefühl. Die Reise beginnt am vertrauten Comer See, wandert die Adria hinauf bis in den Balkan, springt dann über den Atlantik nach Südamerika und endet nautisch-elegant in der Karibik:

1. Lenno, Italien

Dolce-Vita-Faktor: der Auftakt, den man kennt – und trotzdem jedes Mal wieder unterschätzt.

Lenno am Comer See ist klein genug, um an einem Nachmittag erkundet zu sein, und trotzdem einer der stimmungsvollsten Orte am See: die Promenade direkt am Wasser, Blick auf die gegenüberliegende Halbinsel Bellagio, und mit der Villa del Balbianello gleich nebenan einer der meistfotografierten Gärten Italiens. Es ist der perfekte Startpunkt für diese Reise: wenig Trubel, cremiges Gelato am Wasser und gepflegte Villengärten, soweit das Auge reicht.

2. Perast, Montenegro

Dolce-Vita-Faktor: barocker Stillstand in der Bucht von Kotor.

Während sich in Kotor selbst die Kreuzfahrtgäste stauen, bleibt Perast, nur wenige Kilometer entfernt, fast unberührt: eine einzige Reihe barocker Palazzi entlang der Uferstraße, dahinter steile Berge, davor die beiden kleinen Inseln Sveti Đorđe und Gospa od Škrpjela. Ein Boot zur künstlich aufgeschütteten Marieninsel, ein Espresso an der Promenade – mehr braucht es hier nicht für das perfekte Dolce-Vita-Gefühl.

3. Scopello, Sizilien

Dolce-Vita-Faktor: raueres, ursprünglicheres Italien als Kontrast zu Lenno.

Scopello an der Nordwestküste Siziliens ist kaum mehr als eine Handvoll Häuser um einen kleinen Innenhof, dazu die berühmte alte Tonnara – eine ehemalige Thunfischfabrik direkt am Wasser, umgeben von markanten Felstürmen (Faraglioni), die aus dem türkisfarbenen Meer ragen. Gleich nebenan beginnt die Riserva dello Zingaro, eines der letzten unverbauten Küstenstücke Siziliens – wilder als fast alles, was die Amalfiküste zu bieten hat.

4. Saint-Jean-Cap-Ferrat, Frankreich

Dolce-Vita-Faktor: Schloss-Glamour, versteckt zwischen Nizza und Monaco.

Die kleine Halbinsel Saint-Jean-Cap-Ferrat war schon Rückzugsort von Grace Kelly und Charlie Chaplin, ist aber bis heute deutlich diskreter als Nizza, Cannes oder Saint-Tropez. Zentrales Highlight ist die Villa Ephrussi de Rothschild, ein rosafarbenes Belle-Époque-Schloss mit neun thematisch unterschiedlichen Gärten direkt über dem Meer – dazu kommen Wanderwege rund um die Halbinsel mit Blick auf einige der teuersten Villen Europas.

5. Monemvasia, Griechenland

Dolce-Vita-Faktor: eine ganze Festungsstadt auf einem einzigen Felsen.

Monemvasia liegt auf einem Felsen, der nur über einen einzigen schmalen Damm mit dem griechischen Festland verbunden ist – daher der Name, „mono emvasia“, einziger Zugang. In der autofreien Unterstadt reihen sich byzantinische Kirchen, enge Gassen und kleine Tavernen, während oben auf dem Felsplateau nur noch Ruinen und der Blick aufs Meer bleiben. Verglichen mit Santorini oder Mykonos kommen hierher erstaunlich wenige Touristen – dabei ist der Ort mindestens genauso fotogen.

6. Dubrovnik, Kroatien

Dolce-Vita-Faktor: der bekannteste Stopp dieser Liste – aber zu Recht.

Dubrovniks von Mauern umschlossene Altstadt ist zwar deutlich bekannter als die anderen Orte hier, gehört aber genau deshalb auf diese Liste: Kalksteingassen, die in der Abendsonne golden leuchten, Meerblick von der Stadtmauer und Dolce-Vita-Flair mit deutlich kroatischem Akzent. Am besten lässt sich das früh morgens oder spätabends erleben, wenn die Tagestouristen von den Kreuzfahrtschiffen wieder abgereist sind.

7. Paraty, Brasilien

Dolce-Vita-Faktor: der große Sprung über den Atlantik – kolonialer Dolce Vita Charme statt Mittelmeer.

Mit Paraty verlassen wir nun Europa: Die portugiesische Kolonialstadt an Brasiliens Costa Verde besteht aus Kopfsteinpflastergassen, weiß getünchten Kirchen und bunten Fassaden, eingerahmt von Regenwald auf der einen und Atlantik auf der anderen Seite. Kein Massentourismus, dafür jede Menge Zeit für lange Abendessen mit Cachaça – ein völlig anderes, aber genauso stimmiges Dolce-Vita-Gefühl.

8. Piran, Slowenien

Dolce-Vita-Faktor: venezianisches Erbe an Sloweniens winziger Küste.

Piran liegt an Sloweniens nur 46 Kilometer langer Küste und wirkt dabei, als hätte sich ein Stück Venedig hierher verirrt: ein zentraler Platz mit Blick aufs offene Meer und dazu die alten Stadtmauern oberhalb der Altstadt für den perfekten Sonnenuntergangsblick. Autofrei, klein, und bei Weitem nicht so überlaufen wie die kroatische oder italienische Küste nebenan.

9. Colonia del Sacramento, Uruguay

Dolce-Vita-Faktor: Kolonialstadt am Fluss, direkt gegenüber von Buenos Aires.

Colonia del Sacramento wurde von Portugiesen gegründet und liegt am Río de la Plata, nur eine kurze Fährfahrt von Buenos Aires entfernt. Die Altstadt mit ihren schmalen, von Orangenbäumen gesäumten Kopfsteinpflastergassen gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wirkt fast menschenleer – ideal, um bei goldenem Abendlicht über den Fluss auf ein Glas Tannat-Wein einzukehren, Uruguays bekannteste Rotweinsorte.

10. English Harbour, Antigua

Dolce-Vita-Faktor: nautisch-eleganter Ort in der Karibik.

English Harbour ist einer der historischen Segelhäfen der Karibik – rund um das restaurierte Nelson’s Dockyard aus der britischen Kolonialzeit trifft sich bis heute die Yacht-Szene. Kolonialarchitektur aus Backstein und Holz, umgeben von türkisfarbenem Wasser und grünen Hügeln, perfekt für Dolce Vita Ausflugstage.

11. Opatija, Kroatien

Dolce-Vita-Faktor: das „Nizza der Adria“ aus der Habsburger-Zeit.

Bevor Opatija kroatisch wurde, war es der bevorzugte Winterkurort des österreichisch-ungarischen Adels – bis heute erinnern prächtige Belle-Époque-Villen, die 12 Kilometer lange Uferpromenade Lungomare und gepflegte Parks an diese Zeit. Deutlich ruhiger und eleganter als die meisten kroatischen Küstenorte.

12. Ohrid, Nordmazedonien

Dolce-Vita-Faktor: die Überraschung dieser Liste – kein Meer, aber der gleiche Zauber.

Ohrid beweist, dass Dolce Vita kein Meer braucht: Der jahrtausendealte Ohridsee, Klippenkirchen wie St. Johannes von Kaneo und eine entspannte Altstadt-Promenade erzeugen genau das gleiche entspannte Lebensgefühl wie die mediterranen Stationen dieser Liste – nur eben am See statt am Meer, und noch deutlich unbekannter als jeder andere Ort auf dieser Liste.

Unser Fazit: Diese Reise zeigt von Lenno bis English Harbour, dass Dolce Vita weder an Italien noch ans Mittelmeer gebunden ist – es ist ein Tempo, das sich am Comer See genauso findet wie an einem Fluss in Uruguay oder einem See in Nordmazedonien. Was alle zwölf Orte gemeinsam haben: kaum Massentourismus, viel Geschichte und entspannte, sonnige Tage.

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Julia von Wonders and Waves

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